Vermietung nach Unfall

Landgericht Potsdam: Wer schnell ein Fahrzeug braucht, kann nicht auf Fraunhofer und günstige Internetangebote verwiesen werden

Vor dem Landgericht Potsdam nahm die beklagte Haftpflichtversicherung eine Berufung zurück. Sie meinte bis zu diesem Zeitpunkt - und sicherlich weiterhin, dass auch ein Geschädigter, der nachts auf der Autobahn nach einem Unfall einen Mobilitätsbedarf hat, sich nach günstigeren Angeboten erkundigen muss und man ihm später zum Vorwurf machen kann, er hätte in der Werkstatt ein Fahrzeug zu einem Normaltarif im Preisniveau der Schwackeliste angemietet und deshalb das Geld des Versicherers verschwendet. Das Gericht hat das eindeutig nicht bestätigt. Az. des Verfahrens: 6 S 67/13 vom 30.04.14

Amtsgericht Bonn lehnt Linie des OLG Köln mit nachvollziehbarer Begründung ab

Das AG Bonn schätzt mit Schwacke, Begründung:

- die vom OLG behaupteten Preissteigerungen sind nicht konkretisiert, also nicht überprüfbar. Die konkreten Angaben der Kläger zeigen das Gegenteil.

- Den Kosten für die Senkung des Selbstbehaltes stehen (anders als das OLG annimmt) konkrete Leistungen der Reduzierung des Risikos für den Geschädigten gegenüber. Laut BGH hat er einen Anspruch auf diese Leistung.

- Die Kombination zweier bedenklicher Listen könne sowieso zu nichts Verwertbarem führen.

AG Bonn, 107 C 210/13 vom 23.04.2014

Amtsgericht Neu-Ulm mit falschem Ansatz

Die Fehler der Gerichte aufgrund von "Aus dem Bauch"-Entscheidungen häufen sich. Schwerpunkte sind die Mittelwertbildung, das Versagen des Aufschlages und das Hochrechnen des Siebtel-Wochenpreises.

Das AG Neu-Ulm soll hier ein Beispiel für den Fehler der Mittelwertbildung sein. Das Gericht sieht bei Fraunhofer und Schwacke Schwächen. Welche? Wird nicht erklärt. Damit ist das Urteil schon nicht nachvollziehbar und nicht für eine höhere Instanz prüfbar. (Leider kommt hier hinzu, dass bereits der Kläger nur einen Mittelwert eingefordert hatte und auch noch einen Beschluss des Berufungsgerichts vorlegte, der diese Richtung für den Gerichtsbezirk Memmingen nahelegt.)

Das Gericht stützt sich auf den BGH, der beide Listen und den Mittelwert nicht beanstande. Das Gericht dagegen beanstandet beide Listen und wählt doch den Mittelwert. Das passt schon nicht zusammen.

Sodann erklärt das Gericht aber, dass günstigere Angebote nur relevant gewesen wären, wenn diese aus dem Zeitraum der Vermietung stammen würden.

Daraus ergibt sich die Frage, warum diese dann relevant sein sollten. Kannte der Geschädigte denn diese Angebote? Vielleicht kannte der Geschädigte dann auch höhere Angebote (Schwacke hat Minimum, Maximum und Mittelwert) und welche Bedeutung haben dann diese hohen Angebote? Wie stünde das Gericht dazu, wenn der Kläger aus abgetretenem Recht nachweisen könnte, dass ihm bekannt ist, dass seinerzeit ein Anbieter ausverkauft gewesen ist? Welche Bedeutung hat das dann für das Gericht, wenn es positive Kenntnisse der Beklagten - sofern sie aus der Zeit der Miete stammen - als relevant für den Geschädigten ansieht?

Das Gericht betrachtet die Selbstbeteiligungen in den Kaskoversicherungen nicht, mittelt einfach frei von der Leber, Nebenkosten spielen keine Rolle.

Schlussendlich gibt sich der Kläger mit 1800 Euro für einen ganzen Monat der Vermietung eines Gruppe 5 - Fahrzeuges zufrieden, ein Betrag weit unter Internetpreisen, die in ihren Mietbedingungen noch nicht einmal mit einer Unfallersatzvermietung vergleichbar sind.

Konkret: Aktueller Preis Gruppe 4 eine Woche inkl. HR SB 450 zu Internetbedigungen (30h Vorbuchung, feste Mietdauer, Buchung im Internet, Kaution, ...): 546 Euro, macht für 36 tage 2750 Euro und nicht 1800 Euro (Internetpreis!)

Az. 3 C 1585/13 vom 27.02.2014

Direktvermittlungsangebot der DEVK an den Geschädigten ist nicht bindend

Landgericht Stuttgart erstinstanzlich (rechtskräftig!):

Die Beklagte hat zu beweisen, dass der Geschädigte gegen seine Schadenminderungspflicht verstoßen habe, da ihm ein günstigerer Tarif ohne weiteres zugänglich sei. Die Angebote an den Geschädigten, auf die die Beklagte verweist, sind zu unkonkret. Konkrete Bedingungen werden nicht mitgeteilt, zudem fehlen Nebenleistungen.

Auch ist die Beklagte selbst keine Autovermieterin. Sie verweist auf nach ihren Informationen bestehende Angebote. Das kann die Beklagte bisher aber nicht beweisen, weshalb die Behauptungen der Beklagten nicht nachvollziehbar sind.

Auch Verweise auf Vereinbarungen mit der Daimler AG, dort könne günstiger angemietet werden, sind nicht nachvollziehbar. Dass dem Geschädigten ein konkretes Angebot von dort vorlag, behauptet die Beklagte noch nicht einmal.

Das Urteil ist abrufbar in der BAV-Urteilsdatenbank . (Az. 16 O 445/13 vom 30.04.2014)

Liste Urteile April 2014

Hiermit stellen wir Ihnen die Liste der bei uns im April eingegangenen Gerichtsurteile zu Mietwagenthemen zur Verfügung. Bitte fragen Sie bei Interesse nach einem Urteil bei uns nach.

LG Chemnitz

6 S 145/11

07.09.2011

Mittelwert

LG Kempten (Allgäu)

52 S 1327/10

24.11.2010

S- / F+

AG Mönchengladbach-Rheydt

10 C 316/13

25.03.2014

S+ / F-

AG Berlin-Mitte

106 C 3080/13

16.01.2014

S+ / F-

...

weiterlesen...

Oberlandesgericht Dresden bekräftigt seine Schwacke-Rechtsprechung

Mit Urteil vom 26.03.2014 (Az. 7 U 1110/13) stellt der Senat klar:

- dass Mietwagenkosten anhand der Schwackeliste geschätzt werden können
- die vorgelegten anderen Preisangebote in Bezug auf die Fälle nicht konkret und nicht vergleichbar sind
- das Beweisangebot eines Sachverständigen-Gutachtens untauglich ist
- aufgezeigte Fahrzeuge schon nicht vergleichbar sind.

Liste der Urteile Mietwagenrecht März 2014

Und hier die Urteile aus März 2014... 

LG Frankenthal (Pfalz)

2 S 239/13

29.01.14

S+ / F-

LG Aachen

6 S 138/13

28.02.13

Mittelwert

LG Berlin

42 S 184/13

19.02.14

S+ / F-

LG Köln

11 S 250/13

18.03.14

S+ / F- / kein MW

OLG Köln

15 U 137/13

28.01.14

Mittelwert

OLG Köln

15 U 85/13

28.01.14

Mittelwert

AG Kamenz

2 C 149/12

20.02.14

S+ / F- / MW

AG Hannover

409 C 12752/13

24.02.14

S+ / F- / kein MW

AG Schwarzenbek

2 C 1143/12

06.02.14

S+ / F-

LG Koblenz

14 S 239/12

17.01.14

S+ / F-

LG Braunschweig

4 S 328/13

13.03.14

S+ / F-

AG Krefeld

1 C 508/13

19.02.14

S+ / F-

AG Berlin-Mitte

122 C 3063/13

27.02.14

S+ / F- / kein MW

AG Düsseldorf

38 C 3507/13

04.02.14

Mittelwert

AG Berlin-Mitte

112 C 3180/13

05.02.14

S+ / F-

AG Bonn

106 C 198/13

04.03.14

Mittelwert

AG Neu-Ulm

3 C 1585/13

27.02.14

Mittelwert

AG Königswinter

9 C 28/13

07.03.14

Mittelwert

AG Torgau

Z 2 C 225/12

28.02.14

S+ / F-

AG Mönchengladbach

35 C 543/13

05.03.14

S+ / F-

AG Bad Berleburg

1 C 53/13

26.02.14

S+ / F- / kein MW

AG Zossen

4 C 23/13

19.12.13

S+ / F-

AG Bernau bei Berlin

10 C 555/13

04.02.14

S+ / F-

AG Berlin-Mitte

103 C 3434/12

03.12.13

S+

AG Berlin-Mitte

115 C 3088/13

10.03.14

S+ / F-

AG Borna

3 C 1141/13

05.03.14

Sonstiges

AG Heidelberg

29 C 392/13

12.03.14

Mittelwert

AG Gelsenkirchen

204 C 166/13

10.03.14

Sonstiges

AG Düsseldorf

232 C 9720/13

19.03.14

Mittelwert

AG Krefeld

6 C 225/13

31.01.14

S+ / F-

AG Hannover

509 C 14460/13

10.02.14

S+ / F-

AG München

333 C 26907/12

06.02.14

Gutachten

AG Speyer

31 C 105/13

13.08.14

S+ / F-

AG Dortmund

406 C 10164/13

10.02.14

S+ / F-

AG Köln

265 C 154/13

15.01.14

S+ / F- / kein MW

AG Köln

274 C 101/13

30.12.13

S+

AG Leipzig

164 C 9451/13

25.03.14

S+ / F-

AG Leipzig

103 C 15/13

06.02.14

S+

AG Krefeld

1 C 464/13

20.02.14

S+ / F-

AG Krefeld

6 C 395/13

21.03.14

S+ / F-

AG Krefeld

1 C 474/13

24.02.14

S+ / F-

AG Moers

563 C 432/13

19.02.14

Mittelwert

AG Köln

269 C 125/13

15.11.13

S+ / F-

AG Dortmund

413 C 5618/13

05.03.14

Mittelwert

AG Hannover

434 C 9350/13

04.02.14

Mittelwert

 Wir bitten alle Leser um Zusendung von Urteilen. Vielen Dank.

 

Liste der Urteile Mietwagenrecht Februar 2014

Hier erhalten Sie die Liste der bei uns im Februar eingegangenen oder von uns recherchierten Urteile zu rechtlichen Zusammenhängen mit der Vermietung von Fahrzeugen.

AG Berlin-Mitte

102 C 3048/13

26.09.13

Sonstiges

AG Bonn

110 C 315/12

02.10.13

S+ / F-

AG Köln

265 C 69/13

04.09.13

S+ / F- / kein MW

AG Berlin-Mitte

104 C 3160/13

24.01.14

Sonstiges

AG Köln

265 C 150/13

20.11.13

S+ / F- / kein MW

LG Hannover

11 S 9/13

27.11.13

Mittelwert

AG Hannover

548 C 13468/12

29.07.13

Mittelwert

AG Berlin-Mitte

101 C 3301/12

06.09.13

S+

AG Düsseldorf

31 C 3238/13

13.01.14

S+

AG Düsseldorf

37 C 6845/13

07.11.13

S- / F+

LG Stuttgart

7 O 275/10

23.01.14

S+ / F-

AG Essen

10 C 405/13

17.01.14

Sonstiges

LG Koblenz

14 S 16/13

06.02.14

S+ / F-

LG Düsseldorf

22 S 110/13

24.01.14

Mittelwert

AG Mettmann

20 C 389/13

04.12.13

S- / F+

AG Berlin-Mitte

3 C 3126/13

18.02.14

S+ / F-

OLG Zweibrücken

1 U 165/11

22.01.14

Mittelwert

LG Leipzig

05 S 345/13

23.01.14

S+ / F-

OLG Köln

15 U 94/13

28.01.14

Mittelwert

LG Koblenz -Beschluss-

6 S 62/14

23.01.14

S+ / F-

OVG Lüneburg

12 ME 243/13

30.01.14

Sonstiges

OLG Karlsruhe

13 U 213/11

10.02.14

UE / Sonstiges

LG Leipzig

08 O 3915/12

22.01.14

S+ / F-

LG Köln

11 S 28/13

07.01.14

S+ / F-

AG Titisee-Neustadt

12 C 109/13

27.09.13

Sonstiges

AG Siegburg

122 C 119/13

23.01.14

Mittelwert

AG Köln

265 C 194/13

05.02.14

S+ / F- / kein MW

AG Kempen

11 C 178/12

09.12.13

Mittelwert

AG Langenfeld

25 C 136/13

10.02.14

S+

AG Köln

263 C 193/13

14.02.14

S+ / F- / kein MW

AG Gummersbach

15 C 214/13

04.02.14

Mittelwert

AG Betzdorf

34 C 92/13

05.02.14

S+ / F-

LG Siegen

1 S 8/11

28.01.14

S+

LG Siegen

1 S 56/10

28.01.14

S+

LG Osnabrück

8 S 175/13

08.10.13

Mittelwert

LG Köln

11 S 145/13

21.01.14

S+ / F- / kein MW

LG Stuttgart

13 S 148/13

29.01.14

S+

AG Hannover

561 C 8760/12

15.10.13

Mittelwert

AG Dortmund

436 C 4701/13

08.11.13

S+ / F- / kein MW

AG Grevenbroich

11 C 171/12

26.11.13

S+ / F-

AG Krefeld

3 C 238/13

16.08.13

Mittelwert

AG Dortmund

436 C 1459/13

08.11.13

S+ / F- / kein MW

AG Berlin-Mitte

4 C 305/13

12.12.13

S+

AG Bonn

105 C 82/13

14.02.14

Mittelwert

AG Erlangen

6 C 1858/13

19.02.14

Fahrschulausrüstung

AG Karlsruhe-Durlach

1 C 18/14

15.01.14

Mittelwert

AG Gummersbach

16 C 146/13

21.01.14

Mittelwert

AG Kempen

11 C 138/13

04.02.14

Mittelwert

AG Krefeld

1 C 363/13

31.01.14

S+ / F-

AG Saarburg

5b C 438/13

20.01.14

Sonstiges

AG Köln

268 C 174/13

28.01.14

S+ / F- / kein MW

AG Rheda-Wiedenbrück

3 C 311/13

23.01.14

Mittelwert

AG Siegburg

101 C 434/13

24.01.14

Mittelwert

LG Düsseldorf

21 S 207/11

30.01.14

S+ / F-

LG Frankfurt am Main

2-18 O 351/13

21.02.14

S+ / F

 Wir bitten alle Leser um Zusendung von Urteilen. Vielen Dank.

Beschluss Oberlandesgericht Dresden 7 U 1308/13 vom 01.04.14

Der siebte Senat des OLG Dresden weist die Berufung der Beklagten gegen ein Urteil des Landgerichtes Dresden per Beschluss zurück. Die Berufungsbegründung zeige keine konkreten Tatsachen auf, aus denen ersichtlich wäre, dass die Schwackeliste keine geeignete Schätzgrundlage ist.

Der Beschluss wird in die BAV-Urteilsdatenbank eingestellt.

"Fazit" eines Richters am Ende eines Urteils: AG Hannover vom 24.02.2014, Az: 409 C 12752/13

"Fazit: Solange ein Unfallgeschädigter gem. der derzeitigen Gesetzes- und Rechtslage die Ausfallzeit seines beschädigten Fahrzeuges durch die Anmietung eines mit seinem Fahrzeug vergleichbaren Fahrzeugs überbrücken darf und es keine gesetzlichen Preis- und/oder Größenbeschränkungen bei den Ersatzfahrzeugen gibt, kann im wohlverstandenen Interesse der Unfallgeschädigten, die nach einem unverschuldeten Unfall und gegebener Notwendigkeit motorisierter Mobilität nicht zusätzlich zu den allgemeinen Erschwernissen nach einem Unfall noch mit wirtschaftlichen und finanziellen Lasten kämpfen wollen (und sollen, § 249 BGB), aber auch zur Vermeidung utopischer Unfall-Mietwagenpreise, nur die seit Jahrzehnten existierende, fortlaufend aktualisierte und im Finanz- und Wirtschaftsleben allgemein anerkannte Schwacke-Liste angewendet werden. Nur die konsequente Anwendung dieser allgemein anerkannten und akzeptierten Liste in Verbindung mit der ebenfalls anerkannten Eingruppierung der Fahrzeuge und ggf. Herabstufung zur Vermeidung des Abzugs ersparter Aufwendungen und bei einem Alter der Fahrzeuge von über 5 Jahren bzw. über 10 Jahren, vermag die infolge der restriktiven Regulierungspraxis einiger Kfz-Versicherungen hervorgerufene Verunsicherung aller potentieller Unfallgeschädigten hinsichtlich des Anspruchs auf einen Mietwagen nach einem unverschuldeten Unfall auf ein vertretbares Maß zurückzuschrauben."

Berufung verwirft eigene Internetrecherche des Amtsgerichtes

Die Klägerin rügt zu Recht die Verwertung der Ergebnisse der eigenen Internet-Recherche des Amtsgerichts. Dabei kann dahinstehen, ob eine eigene Internetrecherche für die Ermittlung von Schätzgrundlagen herangezogen werden kann. Denn Voraussetzung der Verwertung einer solchen Recherche ist jedenfalls, dass die Inhalte derselben derart offen gelegt werden, dass sie für die Parteien und auch für eine etwaige Rechtsmittelinstanz nachvollziehbar sind. Zwar erfolgt die Schätzung nach dem Ermessen des Tatrichters; dieser muss bei seiner Schätzung aber von zutreffende Grundlagen ausgehen. Die der Schätzung zu Grunde liegenden Schätzgrundlagen sind im Urteil mitzuteilen (vgl. Zöller, 28. Aufl. 2010, § 287 Rn. 7). Ohne diese Voraussetzung ist eine Prüfung der Parteien oder auch des Rechtsmittelgerichts dahingehend, ob das Ermessen rechtsfehlerfrei ausgeübt worden ist, nicht möglich.


LG Düsseldorf 23 S 287/12 vom 31.07.2013

Gerichte zwingen Geschädigte zum Datenrisiko

Und da ist sie wieder, die Frage, ob die Fraunhoferliste als Schätzgrundlage deshalb ausscheidet, weil die Werte weit überwiegend über Internetrecherchen zustande kommen. Hier ein aktueller Bericht zum Thema Internetkriminalität und Kreditkartenbetrug: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/internet-einkaeufe-plastikgeld-betrug-im-euroraum-nimmt-zu-a-955584.html

Es geht hier also um Schäden in Milliardenhöhe. Der Kreditkarteneinsatz im Internet ist mit diesbezüglichen Risiken verbunden. Wer das trotzdem gern tut und dabei nichts findet, kann im Internet bezahlen. In den allermeisten Fällen dürfte das auch ohne Probleme ablaufen. Aber können Gerichte den Geschädigten dazu zwingen, indem Preise zum Maßstab erklärt werden, die eine Internetbuchung mit der Eingabe von Kartendaten voraussetzen? Das erscheint mehr als fragwürdig, auch wenn der Bundesgerichtshof das bisher nicht sehen will und den Gerichten zumindest grundsätzlich die Anwendung aller bekannten Schätzlisten zugesteht.

Richter mit Augenmaß

"Bei ihren Überlegungen verkennt die Beklagte ferner, dass auch wirtschaftlich vernünftig denkende Menschen nicht stets Leistungen zu dem geringstmöglichen Preis in Anspruch nehmen. Wäre dies die Lebensrealität, müsste man beim Blick aus dem Fenster ausschließlich Fahrzeuge ostasiatischer Provenienz sehen. Darüber hinaus wäre der Einzelhandel im Wesentlichen nicht existent, sondern Käufe würden über das Internet abgewickelt und beim Discounter getätigt.
Auch die Beklagte wäre von Direktversicherern verdrängt worden.
... muss man zur Kenntnis nehmen, dass auch wirtschaftlich vernünftig denkende Menschen nicht stets und ausschließlich das billigste ... Angebot wahrnehmen... .
Um so weniger kann daher der schuldlos seiner Mobilität beraubte Verkehrsteilnehmer verpflichtet sein, zugunsten des Schädigers Recherchen und Bemühungen anzustellen, um ja den günstigsten am Markt verfügbaren Preis zu erzielen. Tarife, die sich innerhalb des Schwacke-Automietpreisspiegels bewegen, sind ... nicht wirtschaftlich unvernünftig."

Damit liegt das Gericht voll auf BGH-Linie, der immer wieder in seinen Urteilen schreibt: "Der Geschädigte muss weder Marktforschung betreiben, noch muss er in die Tasche des Versicherers sparen."

Urteil des AG Leipzig 118 C 7198/13 vom 22.11.2013, enthalten in der BAV-Urteilsdatenbank

Wollen Versicherer die Vermieter kalt stellen?

Heute erhielt ich wieder einmal eine Anfrage zur Versicherung von Mietfahrzeugen. Einem Motorradvermieter wurde von seinem Versicherer nach Jahren die Zusammenarbeit aufgekündigt, obwohl nie ein Schaden reguliert werden musste und der VN immer brav seine Prämien bezahlte.

Halter eines Kfz haben das Fahrzeug zu versichern. Auch Autovermieter brauchen eine Haftpflichtversicherung und ein angefragter Versicherer muss auch ein Angebot abgeben. Eine Kaskoversicherung muss er nicht bieten und wie hoch das Angebot der Haftpflichtversicherung lautet, ist auch seine Sache.

Nun scheint es im Streit zwischen Autovermietern und Versicherern um die Höhe angemessener Mietwagenpreise eine neue Dimension zu geben. Wenn die Versicherer die mittelständischen Autovermieter schon nicht klein kriegen, so versichern sie eben deren Fuhrpark nicht mehr, diesen Eindruck von einer neuen Strategie kann man haben.

Immer häufiger fragen Unternehmen bei uns an, welchen Versicherer es denn noch gibt, der den Vermieterfuhrpark zu realistischen Konditionen versichert. Dabei ist die Situation regelmäßig dramatisch bis hin zur Gefahr der Geschäftsaufgabe. Erste Anwälte vermuten hier ein Kartellrechtsproblem, wenn Versicherer sich diesbezüglich abgesprochen haben sollten.

Haben Sie Ihre ganz persönlichen Erfahrungen, dann bitte schreiben Sie uns oder rufen Sie uns an. Wir möchten die Geschehnisse sammeln und werden prüfen, ob wir etwas unternehmen können.

 

Amtsgericht Schieflage mit Abzügen bei Schwacke

Dem Trend einiger Gerichte folgend, hat das Amtsgericht Schieflage nach seiner Meinung angemessene Abzüge von dem gesiebtelten Wochenpreis des Schwackeliste-Automietpreisspiegel vorgenommen. Wegen fehlender Anonymität – das hatte man auf dem Gerichtsflur von einem auswärtigen Anwalt im Detail erklärt bekommen – seien 17 % abzuziehen. Weil die Liste in der Farbe Blau erscheine und nicht in den Farben des Lützow'schen Freikorps, seien weitere 7,5 % abzuziehen. Wegen der Papierqualität, die die Gerichtskostenausgaben ungerechtfertigt hoch erscheinen lasse, erfolge eine Mittelwertverrechnung mit der Differenz aus einer Wochenpauschale und einer Dreitagespauschale. Da das Geschädigtenfahrzeug zwar über eine Vollkaskoversicherung mit einer Selbstbeteiligung von 350 Euro, aber nur über eine Teilkaskoversicherung mit einer Selbstbeteiligung von 422,99 Euro verfügt, erfolgt eine Umrechnung entsprechend des Bielefelder Modells 2.0 auf 10 % der reduzierten Risikokosten.

Auf den Einwand der Geschädigten in der mündlichen Verhandlung vom 01.04.2013, der eintrittspflichtige Haftpflichtversicherer des Unfallverursachers müsse doch nun nicht nur keinen Schadenersatz leisten, sondern sie müsse nun nach der Auffassung des Gerichtes noch an diesen Versicherer bezahlen, entgegnete das Gericht: „Wollen Sie mich etwa belehren?“

LG Stuttgart 13 S 148/13 vom 29.01.2014

Die Berufungskammer ändert ein erstinstanzliches Urteil ab und schätzt mit Schwacke. Erkundigungspflichten und Beweislastregeln werden klargestellt:

"Die von der Beklagten angenommene generelle Erkundigungspflicht des Geschädigten besteht nach dieser ständigen und von der Kammer für richtig gehaltenen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes also dann nicht, wenn - wie hier - ein Normaltarif nach Schwacke und nicht etwa ein Unfallersatztarif geltend gemacht wird.

Es obliegt somit der Beklagten, konkrete Umstände aufzuzeigen, aus denen sich ergibt, dass dem Geschädigten ein günstigerer Tarif ohne Weiteres zugänglich war."

 

Oberlandesgericht Köln verstrickt sich

Das OLG Köln verstrickt sich immer weiter in Widersprüche. Ihm wurde die Unsinnigkeit seiner Begründungen zum Schwenk in der Rechtsprechung ausführlich aufgezeigt. Nun setzt das Gericht dem Ganzen die Krone auf (Urteil 15 U 133/11 vom 28.01.14): Nach seiner Auffassung kann es den Aufschlag für unfallbedingte Mehrleistungen nur geben, wenn er vertraglich vereinbart ist.

Das zeigt mehr als deutlich, dass die Richter dieses OLG (!) von der Materie nur sehr wenig verstanden haben. Es handelt sich zunehmend um ein unwürdiges Trauerspiel, vermutlich ausgelöst durch den Wunsch, in Ruhe gelassen zu werden.

Liste der Urteile Mietwagenrecht Januar 2014

Hier erhalten Sie die Liste der bei uns im Januar eingegangenen oder von uns recherchierten Urteile zu rechtlichen Zusammenhängen mit der Vermietung von Fahrzeugen.

LG Koblenz

14 S 199/12

28.11.13

S+

LG Aachen

5 S 165/13

18.09.13

S+ / F- / kein MW

LG Köln

11 S 290/12

30.04.13

S+

AG Berlin-Mitte

108 C 3076/13

09.12.13

S+ / F-

AG Dortmund

412 C 7893/13

03.12.13

S+

weiterlesen...

Versicherer argumentiert mal anders herum

Argumentiert der Autovermieter mit dem Hinweis auf Internetangebote, die nachweisen sollen, dass die Fraunhofer-Werte nicht stimmen können, argumentiert der Versicherer mal anders herum (aus LG Fulda 1 S 78/13):

"Die Beklagte erachtete die Mietwagenkosten für übersetzt und nicht notwendig. Hinsichtlich der von der Gegenseite vorgelegten Angebote weist sie daraufhin, dass diese zum Teil für einen anderen Zeitraum seien, zum Teil der Geltungszeitraum nicht ersichlich sei. Auch sei nicht der vollständige örtliche Markt abgebildet."

Wie bitte? Kommt es nun also doch darauf an, dass die Internetscreenshots zu dem richtigen Zeitpunkt, Zeitraum, regionalen Raum, Fahrzeug, Leistungsumfang passen? Das ist ja höchst interessant und wird im Übrigen auch vom Gericht so gesehen.

Das Urteil ist in die Urteilsdatenbank eingestellt.

AG Hannover (Az. 509 C 11378/12) mit begründeten Zweifeln

Wird ein gewerblich genutztes Nutzfahrzeug beschädigt und muss das Unternehmen noch am selben Tag ein Ersatzfahrzeug anmieten, muss der Geschädigte keine weiteren Erkundigungen anstellen.

Im Übrigen hat die Überprüfung der vom Versicherer vorgelegten Internetangebote ergeben, dass keines der Angebote zu realisieren wäre, schon gar nicht mit einer Anmietung noch am selben Tag; viel mehr sind dann Fahrzeuge gar nicht verfügbar (Avis, Sixt, Europcar)

Siehe Urteilsdatenbank

Aktuelle Liste Urteile Mietwagenrecht, vor allem Unfallersatz

Die folgende Liste enthält alle uns in letzter Zeit übermittelten oder von uns ermittelten und angeforderten Gerichtsurteile und Beschlüsse. Zumeist sind sie bereits in die BAV-Urteilsdatenbank eingestellt worden, die inzwischen fast 3600 Dokumente enthält.

Bitte denken Sie daran, uns Ihnen bekannte oder vorliegende Urteile zu nennen oder zu senden, damit wir sie bekannt machen können.

 

Dezember 2013

AG Dortmund

436 C 3823/13

23.08.13

S+ / F- / kein MW

AG Siegburg

123 C 92/13

30.09.13

S+ / F- / kein MW

AG Köln

265 C 60/13

01.10.13

S+ / F- / kein MW

AG Düren

42 C 472/12

12.09.13

Mietwagendauer

LG Koblenz

6 S 148/13

19.11.13

S+ / F-

AG Bitterfeld-Wolfen

7 C 987/12

17.07.13

S+ / F-

AG Altenkirchen

71 C 242/13

26.09.13

S+

AG Grevenbroich

11 C 75/13

17.09.13

S+

AG Eschweiler

23 C 33/13

26.09.13

S+ / F-

AG Krefeld

1 C 241/13

02.10.13

S+ / F-

 

November 2013

AG Hildesheim

81 C 129/12

30.08.13

Sonstiges

AG München

341 C 24559/12

11.09.13

S- / F+

AG Ebersberg

5 C 429/13

16.09.13

S+

AG Düsseldorf

55 C 9957/13

14.10.13

S- / F+

AG Köln

262 C 63/13

07.10.13

S+ / F- / kein MW

AG Berlin-Mitte

3 C 3132/13

15.10.13

S+ / F-

AG Berlin-Mitte

4 C 3057/13

10.10.13

S+

AG Frankfurt am Main

30 C 558/13

30.07.13

S+

AG Dortmund

436 C 1022/13

02.08.13

S+ / F-

AG Köln

273 C 103/13

14.10.13

S+ / F- / kein MW

AG Berlin-Mitte

106 C 3075/13

24.10.13

S+ / F-

AG Eutin

22 C 414/13

09.10.13

S+ / F-

AG Geilenkirchen

10 C 123/13

08.10.13

Mittelwert

AG Berlin-Mitte

23 C 3182/13

01.11.13

S+ / F- / RDG

AG Köln

262 C 123/13

22.10.13

S+ / F-

AG Calw

7 C 649/13

31.10.13

S+

LG Leipzig

03 S 416/13

29.10.13

S+ / F-

AG Potsdam

34 C 402/11

18.10.13

S+ / F-

LG Dresden

3 S 428/13

05.11.13

S+ / F-

AG Aachen

112 C 121/13

12.09.13

S+

AG Neuss

77 C 1695/12

16.01.13

S+

AG Nordenham

3 C 323/11

20.10.11

S+ / F-

AG Nordenham

3 C 458/09

19.08.11

F+

AG Viersen

34 C 155/13

21.10.13

S+ / F-

LG Hannover

7 S 34/12

27.02.13

Mittelwert

AG Köln

273 C 104/13

21.10.13

S+ / F- / kein MW

AG Hannover

523 C 5597/13

14.10.13

Mittelwert

OLG Stuttgart

7 U 109/11

31.10.13

S+

AG Köln

269 C 209/12

25.10.13

S+ / F-

AG Hersbruck

2 C 1510/12

24.10.13

S+

AG Hamburg-St. Georg

912 C 106/13

31.10.13

S+ / F-

LG Detmold

10 S 17/13

02.10.13

Mittelwert

LG Duisburg

7 S 193/11

15.06.12

Mittelwert

AG Bonn

107 C 84/13

13.11.13

S+

AG Berlin-Mitte

103 C 3185/12

16.08.13

S+

AG Leipzig

105 C 2960/11

05.09.13

S+ / F- / G+

AG Köln

268 C 124/13

27.09.13

S+ / F- / kein MW

AG Dresden

110 C 1149/13

29.08.13

S+

AG Köln

262 C 84/13

22.10.13

S+ / F- / kein MW

AG Hannover

509 C11378/12

17.09.13

Sonstiges

AG Köln

275 C 142/12

28.10.13

S+

AG Köln

275 C 124/13

04.11.13

S+

AG Mönchengladbach-Rheydt

11 C 297/13

04.11.13

S+

AG Lüneburg

12 C 44/13

07.11.13

S+ / F-

AG Rastatt

16 C 121/13

17.09.13

S+

LG Köln

11 S 51/13

05.11.13

S+ / F-

LG Köln

11 S 560/12

12.11.13

S+ / F-

AG Dortmund

436 C 3823/13

23.08.13

S+ / F- / kein MW

AG Siegburg

123 C 92/13

30.09.13

S+ / F- / kein MW

AG Köln

265 C 60/13

01.10.13

S+ / F- / kein MW

AG Düren

42 C 472/12

12.09.13

Mietwagendauer

LG Koblenz

6 S 148/13

19.11.13

S+ / F-

AG Bitterfeld-Wolfen

7 C 987/12

17.07.13

S+ / F-

AG Altenkirchen

71 C 242/13

26.09.13

S+

AG Grevenbroich

11 C 75/13

17.09.13

S+

AG Eschweiler

23 C 33/13

26.09.13

S+ / F-

AG Krefeld

1 C 241/13

02.10.13

S+ / F-

 

Oktober 2013

...

weiterlesen...

OLG Dresden 7 U 831/13 vom 18.12.2013

Nochmals der 7. Senat des OLG Dresden vom 18.12.13:

Die restliche Mietwagenforderung wird nur in geringfügigem Umfang zugesprochen.

Die Klägerin unterlag einer Erkundigungspflicht nach günstigeren Tarifen, da der vereinbarte Preis und die Forderung mehr als 50% oberhalb eines maßgeblichen Schwacke-Mittelwertes liegen. Der Kläger hat sodann nicht deutlich gemacht, dass er sich erkundigt hat und kein günstigeres Angebot erhältlich gewesen ist.

Aus diesem Grund ist der Normaltarif nach 287 ZPO zuschätzen. Zur Schätzung wird die Schwackeliste mit ihren Wochenpreisen herangezogen, konkrete Einwände gegen die Verwendbarkeit der Liste sind nicht ersichtlich.

OLG Dresden 7 U 606/13 vom 18.12.2013

Ein erstinstanzliches Urteil der Schätzung der Mietwagenkosten anhand der Fraunhofer-Liste wird aufgehoben und korrigiert. Der Mietpreis war im Rahmen der Schwacke-Werte und damit angemessen und löste keine Erkundigungspflicht nach anderen niedrigeren Angeboten aus. Die von der beklagten Haftpflichtversicherung argumentierten Angebote und Preise waren aus verschiedenen Gründen nicht vergleichbar.

BGH: Freie Anwaltswahl verträgt sich mit finanzieller Steuerung zu Vertragsanwälten

Da Anwälte auch Unternehmer sind, wird allgemein unterstellt, dass sie nicht immer und in jedem Fall nur und ausschließlich das Wohl ihres Mandanten im Blick haben. Das dürfte vor allem dann zutreffend sein, wenn ein Anwalt sehr viele Mandanten von einem einzigen Versicherer vermittelt bekommt. Im Fall von Rechtsschutzversicherern liegt das für viele auf der Hand, die sich mit Verkehrsrecht und der Unfallschadenregulierung befassen. Die Frage dahinter lautet: Bekommt der Rechtsuchende einen Anwalt, der sich nur für ihn einsetzt oder statt dessen einen Anwalt, der auch das Wohl des Vermittlers im Blick behalten muss, um die zukünftig noch zu vermittelnden Mandate nicht zu gefährden?

Für Unfallopfer besteht grundsätzlich die freie Anwaltswahl. Doch stehen die späteren Mandanten bei der Wahl ihres Rechtsvertreters mangels eigener Erfahrung in der Regel wie der Ochs vorm Berg und erhalten - das ist die Spezialität der Angelegenheit - in vielen Fällen einen finanziellen Anreiz von dem Versicherer, der das am Ende bezahlen wird. Es möge doch einen bestimmten Anwalt  beauftragen, den dieser Versicherer ausgesucht hat. Dann soll also der HUK-Rechtsschutz-Anwalt gegen die HUK-Versicherung so viel wie möglich an Schadenersatz durchsetzen (andere Beispiele sind ebenso denkbar, z.B. der AdvoCard-vermittelte Anwalt gegen die Generali-Versicherung). 

Der BGH hat nun entschieden, dass den Versicherern diese Anreizsysteme nicht verboten werden könne. Den Mandanten sei das zuzumuten. Die freie Anwaltswahl steht diesem Steuerungsmodell nicht entgegen. Solange die Grenze des "unzulässigen psychischen Drucks" nicht überschritten wird. Psychischer Druck ist erlaubt, unzulässiger psychischer Druck ist eine überschrittene Grenze, aha.

Die Rechtsanwaltskammer, die die freie Anwaltswahl schützen wollte, ist mit ihrer Klage gescheitert.

 

Es liegt nun an den Anwälten selbst - sofern sie bekannt werden - Problemfälle zu sammeln. Das sind Fälle, die belegen können, dass sich die von Steuerungssystemen begünstigten Anwaltskanzleien nicht ausschließlich den Interessen ihrer Mandanten verpflichtet fühlen. Mit diesen Belegen für anwaltliches Fehlverhalten, sofern sie beizubringen sind, kann auf den Gesetzgeber zugegangen werden, geänderte nationale oder europäische Regelungen zu erlassen. Ein langer, aber wohl der einzige Weg, den steigenden Einfluss der Versicherer auf den Prozess und damit auf das Ergebnis der Schadenregulierung zu stoppen.

BGH zur Wirksamkeit eines mit einer Anwaltsempfehlung verbundenen Schadensfreiheitssystems mit variabler Selbstbeteiligung in der Rechtsschutzversicherung, Urteil vom 4.12.2013 – IV ZR 215/12

 

10. Senat des OLG Frankfurt hätte mit Schwacke geschätzt

Am 15.11.2013 fand eine mündliche Verhandlung am Oberlandesgericht Frankfurt/Main statt. Rechtsanwalt Wenning / Bonn vertrat einen Autovermieter aus NRW, der im ersten Rechtszug am Landgericht Wiesbaden (Az. 8 O 157/08) gegen einen dort ansässigen Kfz-Haftpflichtversicherer ein Verfahren aus mehreren Anmietfällen gewonnen hatte.

Der 10. Senat (Az. 10 U 206/12) machte in der mündlichen Verhandlung deutlich, dass er den Schwacke-Mietpreisspiegel für anwendbar halte (am Landgericht war dazu ein Gutachten eingeholt worden). Daraufhin nahm die beklagte Haftpflichtversicherung ihre Berufung gegen das Urteil zurück.

Zur Motivation der Rücknahme der Berufung ist zu vermuten, dass die Versicherung kein für sie negatives Urteil erhalten wollte, welches ihr in anderen Verfahren vielleicht hätte schaden können, weil die Auffassung des OLG Frankfurt eher dem Rechtsstandpunkt des Autovermieters entsprechen dürfte. Das wiederum hätte vielleicht den einen oder anderen Richter zumindest aus dem Frankfurter Raum zum Nachdenken bringen können. Das wollte man wohl nicht.

Protokoll der mündlichen Verhandlung OLG F 10 U 206/12

Wenn ein Gericht den Behauptungen der Versicherung auf den Grund geht

Das Protokoll einer mündlichen Verhandlung, in deren Anschluss das Urteil verkündet wurde, beinhaltet die Zeugenvernehmung des Geschäftsführers einer Avis-Filiale. Der Versicherer hatte drei günstigere Angebote überregionaler Autovermieter aus dem Internet vorgelegt und behauptet, dass der Geschädigte zu diesen Preisen auch anmieten konnte. Das Gericht überprüfte das durch Zeugenvernehmungen.
Hätte sich herausgestellt, dass diese Angebote zum Zeitpunkt des Unfalls tatsächlich verfügbar waren, hätte das nach Auffassung des Gerichtes die Verwendbarkeit der Schwackeliste erschüttert und es wäre ein Sachverständigengutachten einzuholen gewesen.
Stattdessen sagten Zeugen mehrerer Unternehmen ...

weiterlesen...

Beispiel für Urteil in Datenbank für Mietwagen

Die Datenbank des BAV enthält inzwischen 3500 Urteile. Jedes Urteil kann als Kurzzusammenfassung studiert und dann als Datei abgerufen werden.

Die Bezahlfunktion ist inzwsichen wieder aktiviert, sodass Sie auch dann ein Urteil erhalten, wenn Sie nicht Mitglied des Verbandes sind und dann durch einen kleinen Betrag unsere Arbeit unterstützen.

Siehe www.urteilsdatenbank.bav.de

Eine aktuelle Zusammenfassung eines Urteils des AG Köln sieht zum Beispiel so aus:-> Schätzung nach Schwacke
-> Fraunhofer trotz ...

weiterlesen...

Kein Vertrauen in Abwicklungsservice der Versicherung

"Wenn's gekracht hat, ist weiterer Ärger meist vorprogrammiert. Oft auch, wenn die gegnerische Versicherung sich augenscheinlich hilfsbereit gibt." aus:

http://www.handelsblatt.com/auto/ratgeber-service/unfallabwicklung-mit-der-versicherung-bei-anruf-vorsicht/8942826.html

Das Handelsblatt warnt diejenigen, die in einen Verkehrsunfall verwickelt gewesen sind, davor, sich gutgläubig auf einen wohlklingenden Kontakt mit der zahlungsverpflichteten Versicherung einzulassen. Wenn man das nicht selbst in die Hand nimmt oder einen Fachanwalt für Verkehrsrecht einschaltet, drohen Forderungen unter den Tisch zu fallen, die dem Unfallopfer zwar zustehen, die ihm aber nicht freiwillig gezahlt werden.

 

Geschädigter muss nicht das günstigste Mietfahrzeug suchen

"Wer Opfer eines Autounfalls ist und dadurch Anspruch auf einen Mietwagen als Ersatz hat, darf ein durchschnittliches Angebot in Anspruch nehmen." Das behaupten die Versicherer oft ganz anders. Sie kürzen dann die Zahlung auf einen Minimalpreis herunter. Gut beraten ist man dann mit einem Fachanwalt für Verkehrsrecht, der das Recht des Geschädigten durchsetzen kann.

http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1505520

 

Schwackeliste Automietpreisspiegel 2013 liegt vor

Autovermieter, vermietende Autohäuser oder Rechtsanwälte brauchen den Schwacke-Automietpreisspiegel, wenn sie sich die berechtigten Forderungen für Vermietungen nach Unfällen von der Versicherung sichern wollen. Nun gerade ist der Schwacke-AMP für das Jahr 2013 erschienen und kann bei uns bestellt werden. Bestellformular

Den Mitgliedern des BAV machen wir mit einem Preisvorteil von über 90 Euro ein besonderes Angebot. Dieser Vorteil entspricht für viele einem Drittel des Mitgliedsbeitrages, sofern sie sich schnell für eine einjährige Schnuppermitgliedschaft entscheiden. Weitere Informationen dazu finden Sie hier: http://www.bav.de/mitglied-werden.html

Bundesverband der Autovermieter Deutschlands e.V.

Wir stellen uns vor.

Der Bundesverband der Autovermieter Deutschlands e.V. (BAV) wurde am 05. April 1954 gegründet. Er ist eine Interessenvertretung von Unternehmen, die Pkw, Anhänger, Transporter und Lkw vermieten. Der BAV repräsentiert ca. zwei Drittel des Gesamtmarktes der Autovermietung. Er steht den Mitgliedern für alle branchenrelevanten Aufgaben zur Verfügung.

Alles Wissenswerte haben wir für Sie in einer Verbandsbroschüre aufbereitet. Bitte schauen Sie hinein. Sie erfahren wer wir sind und welche Aufgaben der BAV für die Branche der Autovermietung übernommen hat. Sie sehen, wie erfolgreich wir dabei bisher gewesen sind und warum es sich lohnt, unserer Interessengemeinschaft beizutreten und in Zukunft mit uns zusammenzuarbeiten.

Bitte hier klicken ...

BAV - Bundesverband der Autovermieter Deutschlands e. V.
Invalidenstraße 34
10115 Berlin
Tel.  030 - 25 89 89-45
Fax: 030 - 25 89 89-99

Urteilsdatenbank des BAV

Der BAV bietet den Zugriff auf eine Datenbank für Gerichtsurteile und Fachartikel bzgl. Mietwagen an.

In ihr sind - zumeist im Format PDF - enthalten:
- alle wichtigen BGH-Urteile der letzten Jahre
- alle wichtigen und uns bekannten Urteile der Oberlandesgerichte und der Landgerichte seit 2008
- jeweils mindestens ein Urteil einer Abteilung eines Amtsgerichtes seit 2008, soweit bekannt und von Bedeutung
- alle aktuellen uns bekannten Urteile seit Mitte 2010

Mitte 2017 befinden sich ca. 4.800 Dokumente in der Datenbank. Für...

weiterlesen...
nach oben