Vermietung nach Unfall

LG Freiburg gegen Fraunhofer (340), Schwacke+ (2007), Pauschaler Aufschlag- (Mehraufwendungen verneint), Direktvermittlungsangebot unbeachtlich, Nebenkosten- (Haftungsreduzierung nicht in Rechnung gestellt), EE=5%

LG  Freiburg 3 S 196/08 vom 20.05.09, Revision ist zugelassen

LG Chemnitz gegen Fraunhofer (331), Schwacke 2006 aber auch abgelehnt, Schwacke 2003+, zzgl. Inflationsausgleich von 10%, UE-Aufschlag 10%, Nebenkosten+ (Haftungsreduzierung, zweiter Fahrer, Zustellen)

LG Chemnitz 6 S 257/08 vom 24.03.09

LG Chemnitz nach Hinzuziehung eines Sachverständigen: Schwacke + Aufschlag

Das LG Chemnitz hat mit Urteil  5 O 1016-08 vom 30.06.2009 nach sachverständiger Beratung durch Einzelrichterin entschieden, dass die Forderung der Klägerin berechtigt ist. Schätzgrundlage ist Schwacke 2007, Aufschlag gerechtfertigt wegen tatsächlich erbrachter Mehrleistungen (? und Nichtzugänglichkeit zu niedrigerem Tarif ?), Gutachter hat Risiken und Mehrleistungen im Unfallersatz bestätigt. ...

Es gibt keine einfach gelagerten Mietwagenfälle, weshalb der Klägerin Rechtsanwaltskosten in volle Höhe zugesprochen werden

Aus einem Urteil des AG Kassel vom 30.6.2009 - 415 C 6203/08, erstritten von RA Ralph Hausding, Hamburg...
Die Klägerin war eine Autovermietung. Es ging um einen Unfall an einem der Mietwagen. Die Versicherung wandte ein, die Klägerin sei geschäftlich gewandt und kaufmännisch organisiert. Sie dürfe also nicht sogleich anwaltliche Hilfe auf Kosten der Versicherung in Anspruch nehmen, zumal die Haftung dem Grunde nach unstreitig gewesen sei und ein einfacher Regulierungsvorgang vorgelegen habe.

Das Gericht kommt zu dem Ergebnis, dass es aufgrund des verbreiteten Versichererverhaltens keine einfachen Unfallschadenabwicklungen mehr gebe:

„Wenn sich aber Versicherer – was gerichtsbekannt ist – ...

Tendenz der aktuellen OLG-Rechtsprechung mit 16 jüngeren Fällen pro Schwacke

Aktualisiert am 02.09.2009: *

Nach dem Erscheinen der "Studie Marktpreisspiegel Mietwagen Deutschland 2008" des Institutes Fraunhofer IAO Mitte des vergangenen Jahres haben sich überraschend schnell und unter nicht näher zu beschreibenden Umständen zwei OLG-Senate (OLG München und 6. Zivilsenat in Köln) für die Anwendung der Fraunhofer-Werte zur Bemessung von Schadenersatzleistungen/Mietwagenkosten für Geschädigte ausgesprochen und Forderungen an den zahlungsverpflichteten Versicherer per Gerichtsurteil zurückgewiesen.

Derzeit ist festzustellen, dass in der Mehrzahl der aktuellen Verfahren doch weiterhin die Schwacke-Liste Automietpreisspiegel der Jahre 2006, 2007 und 2008 auch in OLG-Verfahren bestätigt wird. Das belegt folgende Übersicht (Die Details und die Dokumente finden sich in einer Vielzahl von Beiträgen im internen Mitgliederbereich der BAV-Verbands-Internetseite):

pro Schwackemal Schwacke,
mal Fraunhofer
pro Fraunhofer
...

OLG Köln mit Az. 11 U 219/08 zum sechsten Mal pro Schwacke (2007) und auch gegen Fraunhofer

Das OLG Köln hat sich in einem weiteren Verfahren wiederum deutlich gegen die Anwendbarkeit der Fraunhofer-Liste als Maßstab für Mietwagenpreise ausgesprochen (Aktenzeichen 11 U 219/08 vom 12.05.09) und die Schwacke-Liste bestätigt.

Im Detaill:

OLG Stuttgart gegen Fraunhofer (312), Schwacke+ (2007), Pauschal-Aufschlag+ (20% wegen Unfallersatz-Besonderheiten wie Vorfinanzierung, Keditkarte nicht zumutbar, Anmietung außerhalb Öffn.-zeit), Nebenkosten+ (Haftungsreduzierung)

OLG Stuttgart 3 U 30/09 vom 08.07.2009

OLG Stuttgart: Fraunhofer untauglich, Aufschlag gerechtfertigt, Schätzung mittels Schwacke

Das OLG Stuttgart hat aktuell mit Urteil 3 U 30/09 vom 08. Juli 2009 entschieden, dass…

– Schwacke eine geeignete Schätzgrundlage ist,

– der Fraunhofer-Mietpreispiegel als schon im Ansatz zweifelhaft anzusehen ist,

– Nebenkosten für Haftungsreduzierung zuzusprechen sind,

– ein Aufschlag von 20 Prozent für unfallbedingte Mehrleistungen gerechtfertigt ist.

Das Urteil und weitere Detailhinweise sind dem internen Bereich für Mitglieder zu entnehmen.

LG Lübeck gegen Fraunhofer (304), Schwacke+ (2003), Pauschal-Aufschlag- (mangels Vortrag verneint), Nebenkosten+ (Haftungsreduzierung), EE=10%

LG Lübeck 14 S 111-08 vom 25.06.2009:
Die Berufung der Beklagten bleibt mehr oder weniger ohne Erfolg.
Vorgebrachte, aber ungeeignete Einwände der Versicherung:
- Schwacke 2003 sei wissenschaftlich fehlerhaft
- Schwacke 2006 mit 100%iger Preissteigerung
- Schwacke 2006 ohne Angabe zu "Datenausfall"
- Nur postalische Preisanfragen -> Das Landgericht hat erkannt, dass ...

RA Fuchs, RA Pamer: „Mietwagenvermittlung durch den Versicherer“, Schwacke-Schadenrecht 1-2009, Seite 36,37

Rechtsanwalt Fuchs, Rechtsanwalt Pamer: "Mietwagenvermittlung durch den Versicherer", Schwacke-Schadenrecht 1-2009, Seite 36,37

Inhalte auszugsweise:
- solange der Geschädigte noch nicht konkret disponiert hat, muss er ein konkretes, zumutbares und annahmefähiges Angebot beachten
- BGH bisher nur: keine Rückgabe bei Vermietung zu normalen Preisen, wenn wegen Kürze der noch zu erwartenden Mietdauer unzumutbar ...

RA Fuchs, RA Pamer: „Das Schadenrecht und das Internet“, Schwacke-Schadenrecht 1-2009, Seite 35,36

Rechtsanwalt Fuchs, Rechtsanwalt Pamer: "Das Schadenrecht und das Internet", Schwacke-Schadenrecht 1-2009, Seite 35-36

Inhalte auszugsweise:
- Internet als schnelles Medium wird zur Auslastungsoptimierung genutzt
- spätere Preisnennungen sind nicht DER Internetpreis, sondern immer ein besonderer auf den Ort, das Fahrzeug und den Zeitpunkt bezogen
- ein Blickfang ist noch kein Endpreis
- Vorauszahlung notwendig ...

Rechtsanwalt Lempp / ACE: Der Streit um die Miete. Schwacke-Liste oder Fraunhofer-Mietpreisspiegel?

Rechtsanwalt Lempp: Der Streit um die Miete. Schwacke-Liste oder Fraunhofer-Mietpreisspiegel?, Der Verkehrsjurist 2-2009, Seite 1-4
 Aus dem Inhalt:
- Kritik an Fraunhofer wird aufgenommen
- diejenige OLG-Rechtsprechung, die sich pro Fraunhofer positioniert hat, wird erörtert und kritisch hinterfragt ...

OLG Köln gegen Fraunhofer und für einen pauschalen Aufschlag nach Unfallersatzvermietungen

Der 13. Senat des OLG Köln hat in einem Hinweisbeschluss ein Urteil des LG Bonn 18 O 242/08 bestätigt, woraufhin

die beklagte Versicherung die Berufung zurückgenommen hat.

Im Beschluss des OLG wird deutlich gemacht, dass:...

 

BGH VI ZR 134/08 vom 13.01.2009 / Beschluss

Beschluss vom 13.01.2009 mit dem Aktenzeichen VI ZR 134/08

Der Fall:
Eine Vermietung zum Peisniveau des Normaltarifes lt. Schwacke. Der Versicherer informierte den Geschädigten 2 Tage nach bereits erfolgter Anmietung über niedrigere Marktpreise und verwies auf dessen Schadenminderungspflicht. Er regulierte für die nach seinem "Hinweis" verbleibenden 3 Tage nur einen sog. "Direktvermittlungspreis".

Untersuchung Schwacke / Fraunhofer

Untersuchung Schwacke / Fraunhofer

Prof. Dr. Neidhardt/Prof. Dr. Kremer: Schätzgrundlagen des Mietwagen-Normaltarifs; eine Untersuchung aus mathematisch-statistischer Sicht zu der Frage, ob der Schwacke-Automietpreisspiegel als Schätzgrundlage bei Mietwagenkosten für die Gerichte verwendbar ist, ergänzt um eine Einschätzung zur Fraunhofer-Liste. Schadenpraxis 12-2008, s. 437 ff...

Untersuchung Schwacke / Fraunhofer

Untersuchung Schwacke / FraunhoferProf. Dr. Neidhardt/Prof. Dr. Kremer: Schätzgrundlagen des Mietwagen-Normaltarifs; eine Untersuchung aus mathematisch-statistischer Sicht zu der Frage, ob der Schwacke-Automietpreisspiegel als Schätzgrundlage bei Mietwagenkosten für die Gerichte verwendbar ist, ergänzt um eine Einschätzung zur Fraunhofer-Liste. Schadenpraxis 12-2008, s. 437 ff...

LG Mönchengladbach zum Rechtsberatungsgesetz: Verstoß nicht aufgrund Vielzahl von Klagen

Vielfach greifen Amtsrichter zur Abweisung von Mietwagenklagen zu der "Begründung", dass allein eine Vielzahl von angestrengten Verfahren gegen zahlungsunwillige Versicherer den Schluss zulassen, dass ein geschäftsmäßiges Inkasso betrieben wurde und damit ein Verstoß gegen das RBerG vorliege.

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